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    Lektüretipp: "Digitale Paranoia"

    Erstellt von Gerrit Lungerhausen |

    Jan Kalbitzer warnt vor "Digitaler Paranoia" und rät zu einem vernünftigen Umgang mit Medien, den man lernen kann.

    Jan Kalbitzer rät zur Vernunft: Das Internet wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht den Weltuntergang herbeiführen, zumindest nicht sofort. Aber damit das Leben mit Smartphones, Tablets und ständiger Erreichbarkeit entspannt bleibt, hat er ein paar Tipps.

    Zunächst einmal warnt Kalbitzer, Facharzt für Psychiatrie und Leiter des Ladenburger Kollegs „Internet und seelische Gesundheit“, davor, in eine „digitale Paranoia“ zu verfallen. Er mahnt, dass die Katastrophenpropheten leichtfertig Entwicklungen zu sehen glauben, die man noch gar nicht seriös beurteilen könne: Wir wissen noch nicht, ob Smartphones uns dümmer, dicker oder unsozialer machen.

    Der Knackpunkt ist, dass Kalbitzer im Unterschied zu so vielen euphorischen oder katastrophischen Autoren nicht in ein schlichtes Schwarz-Weiß-Muster verfällt. Er beschreibt das Nutzungsverhalten einzelner Personen und gibt praktische Ratschläge, wie man konkrete Probleme lösen kann: die Belastung durch ständige Verfügbarkeit, einen Mangel an Rückzugsräumen oder Medienerziehung bei Kindern und Jugendlichen

    Die Kapitel, die auf wissenschaftliche Artikel zurückgreifen, aber sich an interessierte Laien richten, sind lesbar und eloquent geschrieben, bieten die Möglichkeit, sich selbst weiter zu informieren und werden durch zwölf Experimente ergänzt, mit denen die Leser ihr eigenes Verhalten zu beobachten lernen.

    Das Thema polarisiert, wie die Bücher von Manfred Spitzer („Digitale Demenz“) und die Reaktionen darauf zeigen. Kalitzers kühles und überlegtes Buch ist eine angenehme Lektüre, die keine Prophezeiungen versucht, sondern ganz nüchtern zu bedenken gibt, dass wir als Gesellschaft eben auch lernen müssen und dies ein wenig Zeit brauche.

    Jan Kalbitzer: Digitale Paranoia. Online bleiben, ohne den Verstand zu verlieren. C.H. Beck 2016, 207 Seiten, Tb, ISBN 978-3-406-69791-3, 16,95 Euro

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