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    Lektüretipp: "Das Fahrrad - Eine Kulturgeschichte"

    Erstellt von Dr. Gerrit Lungerhausen |

    Hans-Erhard Lessing schreibt eine Frühgeschichte des Fahrrads - und noch viel mehr: Eine Kulturgeschichte der Bewegung auf Rädern.

    Ob Drei-, Lasten-, Mountain- oder Rennrad - die Fortbewegung via Mehrradantrieb und mit menschlicher Muskelkraft erfährt gerade eine Renaissance. Der Technikhistoriker Hans-Erhard Lessing hat einen Blick zurück auf die Vor- und Frühgeschichte des Fahrrads geworfen.

    Alles beginnt in Holland, mit der Erfindung der Schlittschuhe, die damals noch Schrittschuhe hießen, und die eine rasche Fortbewegung auf den vereisten Flüssen im frühen 19. Jh. ermöglichten. Ein ungewöhnlicher Einstieg, aber Lessing spannt den Bogen weit. Der Begriff "Radfahren" stamme nämlich ursprünglich vom kreisförmigen Schlittschuhfahren um einen Pflock herum. Schnell landen wir Leser bei Karl Drais, dem einfallsreichen Erfinder und Forstbeamten, dem wir übrigens nicht die Draisine verdanken, dafür aber das Laufrad. Lessing erzählt bildhaft aus dem frühen 19. Jh., von den technischen Problemen ebenso wie von den logistischen und juristischen Widrigkeiten. Man lernt en passant (quasi im Vorbeiradeln), wie das Rollschuhfahren begann, warum ein Ballsaal eigentlich "Ballsaal" heißt und wieviel Unterhalt ein Pferd im 19. Jh. gekostet hat. Lessing gerät gern ins Anekdotenplaudern, aber die Abschweifungen machen das Buch auch informativ und unterhaltsam zugleich. Anschaulich erzählt er die Vor- und Frühgeschichte unseres Fahrradverkehr bis etwa in die 1960er Jahre.

    Hans-Erhard Lessing: Das Fahrrad. Eine Kulturgeschichte. Klett-Cotta 2018, 255 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-608-91342-2, 20,00 Euro

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